Ein Doktor für das HC-H2

Promotion “in absoluter
Top-Form” verteidigt

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Ganz herzlich gratulieren wir unserem Projektentwickler Stephan Kiermaier. Denn bald dürfen wir ihn mit Dr. Kiermaier anreden. In der vergangenen Woche hat er in Erlangen erfolgreich seine Promotionsarbeit verteidigt. Der Titel der Promotion lautet “Verwendung von heteroatomhaltigen flüssigen organischen Wasserstoffträgern (LOHCs) unter reduziertem Druck”.

Das klingt kompliziert – ist es auch.

Stephan hat, sehr vereinfacht formuliert, an der Frage geforscht, wie die LOHC-Technologie mit möglichst geringem zusätzlichem Energieaufwand als Wasserstoffspeicher genutzt werden kann. LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier, oder auf Deutsch flüssige organisch Wasserstoffträger. LOHC-Systeme gelten als eine mögliche Lösung, um in Zukunft größere Mengen Wasserstoff für längere Zeit zu speichern.

Damit Wasserstoff nach dem Hydrieren – also dem Einlagern in LOHC-Systeme – aus den Substanzen wieder freigesetzt werden kann, um es anschließend in einer Brennstoffzelle zu verstromen, ist Wärme notwendig. Diese Wärme kann einen Prozess-Schritt später aus der Brennstoffzelle genommen werden. Üblicherweise wird die Dehydrier-Wärme extern zugeführt, was zu einem höheren Energiebedarf und damit zu einem geringeren Wirkungsgrad des Energieträgers Wasserstoff führt.

Das Temperaturniveau der Abwärme aus den meisten Brennstoffzellen-Typen reicht aber nicht aus, um die Freisetzung des Wasserstoffs zu bewirken. Stephan hat daran geforscht, die Freisetzung – mit Fachbegriff Dehydrierung – bei niedrigeren Temperaturniveaus möglich zu machen. Mit Erfolg. Zum Dr.-Ing. promoviert hat Stephan an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sein Doktorvater ist Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Lehrstuhl-Inhaber für Chemische Reaktionstechnik in Erlangen und gleichzeitig Sprecher an unserem Helmholtz-Cluster Wasserstoff. „Stephan war bei der Verteidigung in absoluter Top-Form“, bewertete er die Leistung.

Sobald Stephan Kiermaier die Promotionsurkunde in Händen hält, werden wir das Schild neben seiner Büro-Tür ändern in Dr.-Ing. Stephan Kiermaier. Obwohl er nicht in Jülich promoviert hat und die Kolleginnen und Kollegen aus Erlangen ihn schon mit einem selbst gebastelten Doktor-Hut gewürdigt hatten, wollten wir uns dieses Ritual nicht entgehen lassen und haben ebenfalls gebastelt. Herzlichen Glückwunsch, lieber Stephan, und weiter ein gutes Händchen für die Wasserstoff-Projekte, die du im Strukturwandel im Rheinischen Revier betreust.